00:00:43: Beim Krachfink.de-Podcast ist der Jan von der Band Pill aus Frankfurt.
00:00:48: Schön, dass du es einrichten konntest!
00:00:50: Ja danke für die Einladung, freu mich sehr.
00:00:52: Ich hab schon eben gesagt lange Vorstellung mag ich nicht so gerne.
00:00:54: Ich erspare das immer mir und eigentlich auch den Gästen.
00:00:56: aber bei dir interessiert's mich wirklich wenn jetzt jemand aus deiner Familie vielleicht auch ein bisschen älter als du kommst und sagt mal ja ich habe gehört du machst da jetzt wieder Musik was braucht ihr denn für eine Musik?
00:01:07: Was sagste dann?
00:01:10: Also ich glaube im Herzen und das was wir am Anfang also gestartet haben Bezeichnend war Punk Hardcore, also wir sind nicht rein Punk.
00:01:18: Wir sind aber auch keine reine Hardcore-Prügelband.
00:01:20: Ich würde sagen, Punk Hardcover passt so als so ein Basis und vielleicht so einen Unterbau.
00:01:25: Aber ansonsten sind wir ja alle schon lang genug am Musik machen oder am Partizipieren dass unheimlich viele andere Einflüsse noch reinkommen.
00:01:32: Also das Sofern ist es nicht darauf beschränkt und es kann auch sein, dass wir irgendein reines, weiß ich, reines Postpunk-Album machen oder was weiß ich ein Shoegaze Album.
00:01:42: Oder eine Grindcore Platte.
00:01:43: Das ist halt... also wir planen das nicht!
00:01:45: Es passiert einfach.
00:01:46: Ich finde bei eurem
00:01:47: neuen
00:01:47: Album I Need To Be A Weapon, da reden wir ja heute drüber, der dachte ich mir so... Boah, krass was da alles noch möglich ist.
00:01:53: Ich finde die letzte Platte Hollywood Smile also euer Debüt war schon so okay.
00:01:57: da möchte jemand Hardcore so wie es früher gerne selbst gehört hat.
00:02:02: traditionell kann man vielleicht schon sagen ich will nicht Standard sagen weil das würde das abwerten aber bei der platte ist saumäßig viel drin.
00:02:09: also ich höre da Death Metal oder New Wave oder Post Punk und so weiter.
00:02:12: Also das war nichts Bewusstes.
00:02:13: Oder hattet ihr vielleicht auch mal Bock zu gucken, okay was geht denn jetzt mal so?
00:02:18: Wie kann man es ausheilen?
00:02:20: Das ist total gute Frage.
00:02:21: also ich glaube beim ersten Album war wichtig wir hatten uns neu gefunden irgendwie mit Sam als Sängerin und hatten so einen intensiven Moment einfach... indem wir unheimlich schnell Songs geschrieben haben, die auch wirklich so hautraufmäßig waren.
00:02:36: Und wir wollten diesen Moment auch total bündeln und auch so festschreiben wie er ist.
00:02:41: Das heißt diese zehn Songs, die geschrieben wurden sind noch die einzigen zehn Songs die wir hatten.
00:02:45: Es war einfach geschrieben rausgeballert sofort ins Studio und dann daran herausgebracht.
00:02:51: Bei dem Album Jetzt hatten wir mehr Zeit als Band zusammenzuarbeiten.
00:02:57: Der Songwriting-Prozess war jetzt gar nicht groß anders.
00:03:00: nur Wir haben uns für Songwriting ein bisschen mehr Zeit genommen, aber das heißt nicht dass wir gesagt haben, wir probieren jetzt was anderes sondern es ist irgendwie passiert.
00:03:07: Das ist ja auch bei Somewhere auf der ersten Platte hat trotzdem auch so ein bisschen Hasgardü anleihen und man sagt da darf auch mal eine Melodie stattfinden.
00:03:18: Das heißt das kann passieren.
00:03:19: Auf dem neuen Album hatten wir erstens mehr Zeit irgendwie Songs zu schreiben oder haben uns mehr Zeit genommen.
00:03:24: Es erwartet ja keiner, dass ne Pilbplatte rauskommt.
00:03:27: Das heisst wer hat einfach die Zeit?
00:03:28: Die haben wir uns genommen Und wir hatten Songs, aus denen wir auswählen konnten um eine Choreografie irgendwie zu erschärmen mit Songs die wir alle irgendwie feiern und das am Ende so ein rundes Ding wird.
00:03:38: Aber es ist ein bisschen variantenreicher geworden vielleicht.
00:03:41: Was aber total interessant ist weil du jetzt gesagt hast rausgeballert bei der ersten Platte ihr habt ja nicht mehr Spielminuten, nicht mehr also nicht wesentlich mehr.
00:03:50: Die Platte ist durch sieben zwanzig so irgendwie.
00:03:53: Also das fand ich bemerkenswert.
00:03:55: Ihr habt mit dem Michel Verne aufgenommen von dem ich jetzt schon sehr viel aus unterschiedlichen Richtungen sehr Gutes gehört habe.
00:04:04: Hat er da auch einen Anteil mit darin gehabt, am Songwriting als Produzent?
00:04:11: Also erstmal zu der Länge genau.
00:04:12: also eigentlich ist die Platte nicht länger als die andere weil wir haben zwei Songs mehr drauf.
00:04:15: im Endeffekt ist es so wir haben Songs die eine Minute lang sind oder aber auch mal Songs die drei Minuten lang sind.
00:04:22: das kommt zustande dass wir schon versuchen Und das ist, glaube ich auch unsere Stärke.
00:04:25: Dass wir zwar Wert auf Songwriting legen aber versuchen dass da keinen Überschuss kein Fett ist.
00:04:30: also wenn ich jetzt... Ich liebe weiß nicht irgendwelche Black Metal Bands die zwanzig Minuten sich ein Riff sich ausdehnt.
00:04:36: Das finde ich was ganz Tolles.
00:04:37: bei uns ist wirklich die Prämisse Es muss nicht mehr.
00:04:40: wenn es ausserzählt ist es außerzählt.
00:04:42: und es ist auch wirklich ganz oft dass wir einen Song schreiben und dann sagt einer ja jetzt ist schon auserzählten brauchen wir den Teil nicht noch zweimal spielen oder so.
00:04:48: Das heißt dadurch kommt diese diese Knappheit in den Minuten zustande mit Michel Wehrn, der hat auf jeden Fall einen großen Anteil daran.
00:04:57: erstens dass wir... Wir haben das ja live eingespielt.
00:05:00: Also die Wurkels kamen später dazu weil wir mal das Band Live eingespielten, dass der Grundsound schon so gut war, dass wir uns unheimlich... Du musstest es nicht über dich zurück, man muss wieder nochmal was nachspielen oder so sondern wir sind rein und der GrundSound war super!
00:05:13: Wir haben die Songs gespielt, wir waren relativ schnell im Einspielen, weil wir viel vorher geprobt hatten und hatten eher durch den Vibe in der Michel versprüht hat, so ein ganz positives Gefühl ist der eine Punkt.
00:05:25: Der Michel hat aber auch ganz toll gearbeitet mit Sam zusammen die er auch sozusagen in den Vocals super also ganz toll abgeliefert hat.
00:05:34: und ich habe das Album so oft gehört weil wir uns nicht entscheiden können welche Songreinfolge was du siehst.
00:05:40: Ich kenne es Album innen auswendig und merke dass bei jedem Song irgendwie ne andere Nohose von Sam Kommt als Sängerin.
00:05:46: Und ich glaube, da hat der Michel einen großen Anteil, der sie da unterstützt hat auch mal eine Idee gebracht hat zu sagen irgendwie guck mal ob das so singst ist und es war genau jetzt nicht dass ein klassischer Produzent war in dem Sinne aber er hat eine Art von Vibe erzeugt im Raum des unheimlich gut zu arbeiten gemacht hat.
00:06:03: Du
00:06:03: hast jetzt was ganz Interessantes angesprochen, weil es in meiner Review auch zum Ausdruck kommt.
00:06:07: Beim letzten Mal war das so eine ganz lustige Geschichte, ihr habt euch über so eine Art Musik-Tinder kennengelernt und es hat so ein bisschen gewirkt.
00:06:14: wie da sind so ein paar Typen die wollen nochmal Musik machen wie früher, die wissen auch wie's geht und dann haben wir die Samm, die dazu kommt, dass Ganze belebt.
00:06:21: Und jetzt finde ich, dass man bei der zweiten Platte merkt, dass beide Komponenten sich total entwickelt haben, hast du es gerade selber angesprochen.
00:06:28: auf der einen Seite diese unterschiedliche musikalische Vielfalt Die aber auch trotzdem immer noch, also am Schluss ist jeder Song Hardcore-Song.
00:06:35: Also vom Herzen her irgendwie ne?
00:06:38: Du hast jetzt Somewhere genannt.
00:06:39: ich finde auf der Platte ist es jetzt Big Knife, der so bisschen wie Somewhere ist.
00:06:43: Also egal wie viel Melodie da zukommt hat immer noch so eine auf die zwölf und Sam hat sich extrem weiterentwickelt.
00:06:51: das heißt ihr seid jetzt in richtige Band weil ihr habt ja vorher immer mit dem Begriff, wir haben gesagt Kollektiv
00:06:58: Würde
00:06:58: das jetzt ablegen,
00:06:59: oder?
00:06:59: Also erst mal ganz toll, dass du das ansprichst.
00:07:01: Weil dazu... Das brennt mir auf der Seele, die jedes erste Narrativ war, weil es halt auch so war wie wir uns kennengelernt haben und so hat sich als eine Story etabliert, dass im Endeffekt wie immer darauf reduziert wurden die alten Typen mit der jungen Sängerin Und das Problem ist, dass es in beiden Seiten gewisse.
00:07:24: Also das ist nicht nur Ageism, sondern auch Sexism.
00:07:26: Weil wir werden nicht nur älter gemacht und unsere Agecap ist jetzt gar nicht so mega krass!
00:07:31: Der Punkt ist auch dass die Sam als Künstlerin infantilisiert wird.
00:07:34: Das ist ja auch so ein Mechanismus.
00:07:35: da kommen diese Hardcore Boys und sie zeigen mal wo es lang geht aber dann kommt Sam und die zeigt wie es mit Feminismus ist.
00:07:42: also ich bin in den Genders dran... also uns muss keiner was beibringen.
00:07:46: der Punkt ist, dass sich aber als Narrativ festgemacht hat.
00:07:49: Wir hatten ganz viele Terme, haben gesagt bitte Macht nicht.
00:07:52: Das Meme ist super unter dem ersten Videostand, irgendwie die Onkels haben sich irgendwie was nicht da als Sängern genommen.
00:07:59: Funny aber dass es in den Medien sozusagen immer reproduziert wird halte ich für sexistisch.
00:08:07: in dem Maße also dass eine Frau nicht ernst genommen wird dafür das sie eine unheimlich starke Stimme hat nur weil sie jünger ist.
00:08:12: und Sam ist alt auch dreißig ne?
00:08:14: Das darf man nicht vergessen.
00:08:16: Aber das Anfangsnarrativ war so und darauf klar.
00:08:18: viele Leute springen doch darauf an Das würde ich auch sagen.
00:08:21: Definitiv!
00:08:22: Genau, du hast, glaube ich noch eine Frage am Ende gestellt, die habe ich mir
00:08:24: gegangen.
00:08:24: Zunto, kollektiv
00:08:26: Ja... Ich glaube, warum wir den Kollektivgedanken gehabt haben und immer noch haben ist kann man auch als Bandsinn.
00:08:34: bei Band gibt es ganz oft ein Bad-Lied oder Songwriting?
00:08:39: Wir sind radikal demokratisch Und wir versuchen außerhalb dieser klassischen Bandstruktur zu denken.
00:08:44: Also wenn ein Song an Veto einlegt dann wird er entweder nicht gemacht oder es wird halt drüber diskutiert und das kann unheimlich lange dauern.
00:08:53: Jetzt die Entscheidung zum Beispiel welche Reihenfolge, wie viele Songs auf das Album, auf das I need to be weapon kommen war ein Horrorprozess weil jeder und jede gehört wird.
00:09:04: insofern glaube ich dass der Versucher mit dem Kollektiv zu sagen das sind einzelne Entitäten die sozusagen da eine Rolle spielen, die unheimlich viel von sich selber mitbringen.
00:09:17: Aber im Gemeinden sozusagen dann diskreieren und das ist ein bisschen mehr als wir als Band verstehen.
00:09:23: Das war glaube ich der Punkt zwingend.
00:09:24: Ich würde es kollektiv halten aber entweder sind wir auch eine gut funktionierende Band.
00:09:28: Jetzt gehen wir mal davon aus von dem was die Leute sehen bevor sie die Platte gehört haben.
00:09:31: also Sie sehen wie die Plathe heißt I need to be a weapon.
00:09:34: und dann hat man dieses etwas ungewöhnliche Cover.
00:09:37: ich dachte erstes wäre George Michael.
00:09:39: Erstmal die Frage nach dem Cover.
00:09:41: Was steckt dahinter?
00:09:42: Wer hat das ausgewählt?
00:09:43: und natürlich auch ein Need to be a Wrapping-Gegen oder für
00:09:47: was?
00:09:48: Also, das Bild zeigt Lucifer – das ist eine ganz rennaise Hausgemälde von Lucifer, den gefallenen Engel.
00:09:54: Wir fanden es war Sam's Vorschlag und wir hatten verschiedene Ideen dazu und fanden das eigentlich am stimmigsten von der Ästhetik.
00:10:04: Philipp, unser Gitarist der auch die Designs macht hat sich daran ein bisschen an dem alten Cover orientiert um den so einen Twist zu geben.
00:10:11: Wir hatten erst überlegt ob das vielleicht das Original-Renaissancebild wird?
00:10:15: Das fällt nicht mehr und es ist jetzt Public Domain, das kann man einfach verwenden.
00:10:18: Da musst du nichts irgendwie zahlen.
00:10:19: Das heißt wir hätten auch das Bild so abdrücken können.
00:10:21: Und Philipp meinte, er hätte gerne eben einen ästhetischen Bruch da drin.
00:10:24: Der Gefallen in Englisch auf ganz vielen Ebenen zu verstehen.
00:10:26: Jeder glaube ich hat eine andere Metapher.
00:10:28: damit bezogen auf die Lyrics, auf die Texte von Sam ist der Punkt, dass während wir bei dem ersten Album zwar auch persönliche Texte hatten aber relativ viel sozusagen eine Reflektion vom Außen war.
00:10:45: Ist jetzt relativ viel von einer Reflexion nach innen, aber das persönlich politisch gedacht.
00:10:50: also es schon so, dass Sam in den Texten ... ich sage das so weil ich mit ganz vielen Bands gespielt habe und ich finde die Texte wirklich on point das sagen was Sam fühlt oder denkt.
00:10:59: und es ist ne Gabe sozusagen sowas ausdrücken ohne in Plattitüten zu verfallen dass die Texte sozusagen das innere Versuchen zu reflektieren, aber in den größeren Kontext zu stellen.
00:11:09: So und da passt für mich sozusagen dieser, die gefallen Engel genauso wie der letzte Song, der ja im Endeffekt eine Anleitung ist, wie man vergiftet.
00:11:19: Das ist sozusagen der Schwierige irgendwann mit einem persönlichen Umfeld auf der anderen Seite, ist das Album auch durchaus mit an the to be weapon, kann auf der einen Seite bedeuten.
00:11:33: Ich muss mich abwehren, mancher muss sich eine Waffe sein und muss durchschlagen und wir können nicht immer nur diskutieren vielleicht müssen wir einfach ich muss meine Position irgendwie hier halten und muss dann vielleicht auch zur Waffe werden.
00:11:44: das ist so die aggressive Lesart aber es ist auch was selbstermächtigendes.
00:11:49: also und das glaube das Album ist vor allem das ne Art von emanzipatorischer Kraft die da stattfindet und egal ob's bezogen auf Gelegion ist auf Persönliches, auf Politik.
00:12:02: Dass wir versuchen okay wie kann man das persönliche auch in den politischen Rahmen denken?
00:12:06: Ich glaube das ist der grobe Rahmen der da stattfindet.
00:12:10: Ich bin jetzt davon ausgegangen auch basierend auf unser letztes Interview dass Sam die Texte schreibt und ihr die Musik dann zusammen macht.
00:12:17: Das heißt so ein Song wird zum Beispiel Beauty Routine den ihr als Video Single ausgesucht habt.
00:12:22: Da geht ja um die Objektifizierung von Frauen in der Schönheitsindustrie.
00:12:26: versucht ihr auch da eure Perspektiven ... noch mit einzubringen.
00:12:31: Also Nighttime-Routine meinst du?
00:12:32: Nighttime
00:12:33: Routine ja, nicht PewDieRoutine!
00:12:35: Genau.
00:12:35: Passt ja... Sam hat Lyrics.
00:12:38: Wir schreiben Musik.
00:12:39: Sie ist an dem Songwriting auch beteiligt wenn sie was probiert.
00:12:42: also erst so sagen Sam hat unheimlich viele Texte hat mehr Texte als wir jemals Songs produzieren können überschreiben könnten und das war sehr positiv.
00:12:50: Ich habe in anderen Bands gespielt wo man immer die Sänger drum bitten musste.
00:12:54: ich bring nochmal ein Text bei der nicht nur Frostklavt ist sondern irgendwie ein Wust an Texten und guckt sozusagen was auf das Musikalische, wie ihre Fasierung auf diese Musik passt.
00:13:07: Dann wenn wir dann sozusagen im Prozess sind dass das Lyrics dann auf den Song kommen sie hatten sehr gutes musikalisches Gespür wie wir anderen auch, dann gucken wir wie lang muss was für einen Teil sein, um den Text zu füllen.
00:13:20: Und wir haben teilweise die Diskussion dass wir sagen der Song ist musikalisch auch erzählt und Sven sagt ja aber ihr Text sie will schon noch das und es fertig sagen.
00:13:28: Ist ganz interessant.
00:13:29: also er wird dann teilweise einfach darum gekämpft sozusagen musikalische Ästhetik versus textlicher Inhalt.
00:13:36: Und das besprechen wir dann auch so, ne?
00:13:38: Aber im Endeffekt die Texte sind ausschließlich von sehr.
00:13:41: Also du meinst jetzt um da noch nötigen musikalischen Raum zu geben auf denen sie ihre Texte quasi setzen können, was dann passt,
00:13:45: ne?!
00:13:46: Ganz genau.
00:13:46: und dann ist aber der Punkt wenn wir sagen zum Beispiel... ...der Song sollte nicht länger werden weil wir haben es gefühlt dass Systemmusikalisch Thema auserzählen ist oder wir wollen jetzt nicht noch irgendwas dranhängen.
00:13:56: deswegen Da müssen wir gucken ob man für die Lyrics irgendwie einrahmen oder bisschen kürzen kann oder anders unterbringt, oder ob wir halt Gestufe dranhängen.
00:14:04: Aber das ist ein Aushandlungsprozess.
00:14:06: Wenn wir jetzt nochmal dieses was du über das Kollektiv gesagt hast aufgreifen dass sich jeder mit dem Song gut fühlen muss und die Inhalt komplett von ihr kommen setzt ihr euch damit auseinander?
00:14:16: Oder ist es so gesetzt?
00:14:17: Das hat sie so geschrieben, das sind ihre Gedanken und Gefühle und es bleibt so.
00:14:20: Genau, sie schickt die Texte rein.
00:14:22: Wir haben eine Chatgruppe und wir sehen uns aber auch Textewelden reingeschickt in unsere Chatgruppen.
00:14:27: Und dann können wir natürlich etwas dazu sagen, dass jetzt keiner von uns herauskommt, das ist keine guten Lyrics, sondern man kann sagen, dessen das fühle ich nicht.
00:14:38: Aber grundsätzlich würde ich sagen, was Sam für uns anbringt... funktioniert und gut ist.
00:14:46: Aber natürlich können wir lesen wir die Texte vorher, das ist nicht dass es genauso wie selten mir die Musik hört und wenn sie was überhaupt nicht fühlt kann sie genau so sagen oder ich sage das bei einem Song von dem anderen.
00:14:55: Das finde ich krass langweilig, das will ich überhaupt nicht.
00:14:59: Könntest du theoretisch auch ein Text schreiben?
00:15:03: Ja ich hatte also.
00:15:03: früher habe ich Texte geschrieben und Songs geschrieben für eine Hardcore Band.
00:15:07: Die meine erste zweite, keine Ahnung erster oder zweiter Hardcore-Band war.
00:15:10: da war ich der Songwriter in Beidem.
00:15:13: Ich könnte es auch, aber ich finde schon... Also erstens finde ich okay nicht die Verantwortung zu haben.
00:15:19: Zweitens ist da jemand der das wirklich besser kann und ich habe das Gefühl, dass Sam hat was zu sagen, was jetzt wirklich mit ihrer selbst und ihrer auseinandersetzung mit sich und mit ihrer Umwelt passiert, was ich teilweise viel ansprechender finde als wenn ich sozusagen entweder aus meinem eigenen Leben erzähle ja?
00:15:37: Aber auch wenn ich sage so weil ich trotzdem in der Wissenschaft der Forschung bin, das heißt viel mit politischen Themen zu tun haben und es bestimmt reflektiert auch irgendwie gut darlegen könnte, hat das nie diesen Impact den Sam hat die das auf eine andere Art erfahrbar macht.
00:15:52: Deswegen würde ich gar keine Lust sagen zu schreiben wenn man niemanden hat wie Sam Lyrisches dermaßen auf den Punkt bringen kann.
00:16:01: Ja,
00:16:01: aber vielleicht irgendwann?
00:16:02: Wir
00:16:02: haben ja jetzt schon mehrmals über Big Knives ein bisschen gesprochen.
00:16:06: für mich das absolute Equivalent zu dem Song Somewhere also mega schön.
00:16:10: auch I Heart You ist auch so ein bisschen in die Richtung.
00:16:14: Das klingt immer so ein bißchen dumm wenn man sagt internationales Niveau.
00:16:17: Aber was ich damit einfach sagen will ist dass es könnte wirklich eine Band aus den zweitausendern oder von heute aus Amerika sein.
00:16:24: Es ist einfach so International und zeitlos so etwas schreiben zu können.
00:16:30: Merkt man das in dem Moment?
00:16:31: Habt ihr so ein bisschen gemerkt, oh das ist jetzt besonders?
00:16:34: Da müssen wir die Melodie dritten lassen weil da ist irgendwie was.
00:16:37: Ich finde es total schön dass du das sagst!
00:16:39: Wir streben ja nicht an irgend... also wir haben alle ein Leben außerhalb der Band.
00:16:43: Das heißt, wir spielen relativ wenig Konzerte weil wir nicht die Zeit haben immer Konzert zu spielen.
00:16:48: Die Zeit ist vorbei.
00:16:49: das heißt Wir haben eigentlich unser Streben nach Erfolg ist relativ minimal.
00:16:54: aber der Punkt ist wir haben total Lust die Zeit die wir haben wenn wir Konzerten spielen Klar gerne möglichst viele Leute zu erreichen die das gut finden könnten.
00:17:02: Wenn wir aber Song schreiben Denken wir null drüber nach wie bei der ersten Platte.
00:17:07: dass es zufällig Leute gehört haben oder mehr mitbekommen haben Ja, ist natürlich total toll.
00:17:12: Also da sind wir auch total dankbar drüber und wir sind jetzt auch dankbar darüber dass deswegen die zweite Platte so gehört wird Dass das krasse Songs sind... ...die wir krass finden.
00:17:21: Das haben wir schon gemerkt als wir die für uns als gesetzt gesehen haben.
00:17:26: Also ich glaube vierzehn Songs aufgenommen oder fünfzehnt Und wenn wir die angefangen haben zu spielen und zu proben Haben wir schon gemerkt jeder für sich dass es was ganz Tolles ist Dass wir der ganz stolz drauf sind und als wir sie aufgenommen haben bei Michel haben wir gemerkt das ist auch eine gewisse Größe erreicht hat, dass das jetzt auf eine Gegenliebe bei dir zum Beispiel stößt oder du es auch verstehst irgendwie.
00:17:46: Das ist das schönste Geschenk weil es kann ja auch sein, dass jemandes überhaupt nicht fühlt und es ist auch voll okay.
00:17:51: dann würden wir es immer noch genauso geil finden.
00:17:53: aber wir hatten auch das Gefühl ey das sind richtig gute Songs dabei das ist groß für uns so für unser Verständnis das passiert ja einfach das ist ja nicht planbar.
00:18:01: also werden wir nicht gesagt geschrieben jetzt irgendwie lasst mal ein Song mit einer geilen Gitarrenhook schreiben oder sowas passiert auf Gegenliebe stößt oder wenn es jemand versteht, dann ist das wirklich das größte Kompliment.
00:18:13: Aber wir haben das auch gefühlt und auch gesagt so, ey, wenn es komplett übergangen wird dieses Album!
00:18:18: Wir sind krass stolz drauf.
00:18:19: Wenn man sucht ja einen Journalist im Musikjournalisten suchst du immer nach irgendwelchen Querverweisen gar nicht mal um die Musik einzutüten sondern um den Leuten wie du eben sagst dass diese Größe irgendwie verständlich machen zu wollen?
00:18:31: Und ich musste lange überlegen und mir ist nichts eingefallen.
00:18:35: also Ryska Dü beim ersten mal, bei der ersten Platte so um klar zu machen da ist Check noch was anderes drin als Hardcore.
00:18:41: aber daher musste ich euch das nicht.
00:18:42: also wenn ich jetzt um eben diese platituden auch nicht zu bedienen.
00:18:45: Wenn ich jetzt mit Hole ankomme war es jetzt irgendwie den Vortrag angeht dass er jetzt mega nahm.
00:18:49: deswegen verhalte ich das jetzt hier in dem Interview fest.
00:18:53: Aber du hast jetzt eben nochmal etwas ganz interessantes gesagt mit ein Song Manic Pixie Dream Girl, da dachte ich mir so okay der Song den will ich auf jeden Fall live sehen.
00:19:02: Du hast jetzt eben auch live angesprochen bei der ersten Platte hattet ihr diese Live-Resonanz nicht?
00:19:06: Jetzt habt ihr ja aber in der Zwischenzeit so wie ich das verfolgen konnte für eine Band eurer Grüsse sehr viel live gespielt.
00:19:12: was kam denn dafür euch so Verwertbares als Band zurück von?
00:19:15: man sagt Da kann man was mit anfangen auch beim Songwriting Das ist ja schon Resonanz.
00:19:20: Also das live spielen wir haben Wir haben im ersten Jahr nach der platte relativ viel gespielt und wir haben gemerkt, dass es so schwierig wird das unter einen Hut zu bringen mit Arbeit, Familie und dem ganzen Kram.
00:19:32: Das war bei mir auch eine Situation wo ich merke, ich bin am Limit so was da geht wenn du arbeitest bis Freitag und fährst dann los um das Konzert zu spielen und wenn es zu oft ist, dann wird man beide nicht gerecht.
00:19:46: Aber es ist auch so toll gleichzeitig diese Songs, die man geschrieben hat.
00:19:51: Die man auch so mag und wenn du im Proberaum bist... Manchmal habe ich ja mit Sascha drüber gesprochen oder Schlagzeuge und er meinte so, manche macht das im Proberaum das Zeug zu spielen noch mehr Spaß weil wir irgendwie uns angucken und ballern.
00:20:02: das Und das dann aber zu betragen auf der Bühne um Leuten zu zeigen ist was ganz Tolles.
00:20:08: Ich glaube.
00:20:09: aber die Qualität des Songs auf dem zweiten Album ist weniger, ist vielleicht live geschuldet insofern als dass wir als Band besser zusammengewachsen sind.
00:20:18: Ist aber eher das wir im Songwriting alle gemeinsam daran gearbeitet haben also im Proberaum und das Sam auch so wie wir haben.
00:20:28: die erste Platte war kurz und knapp Es waren noch viele Teile, die so nacheinander kamen und dass wir jetzt Songs haben, die sozusagen quasi nur auf einem Riff basieren.
00:20:38: Nur mit ein bisschen mehr Dynamik wechseln Und ansonsten nur von den Lyrics oder von der Gesangsline leben.
00:20:44: Das war früher gar nicht drin weil wir Songs geschrieben uns selber etwas drauf gemacht.
00:20:48: Jetzt ist das zusammen entstanden und dadurch sind wir Sind die Songs?
00:20:51: Also sind die Songs halt auch größer Weil es nicht so die ganze Zeit Part nach part nach part ist.
00:20:55: Ich glaube das ist was einen Songwriting ausmacht.
00:20:58: oftmals sind gute Songs Und manche macht es auch Spaß, einen Partner am anderen zu ballern.
00:21:04: Aber ich glaube das ist der Unterschied dass wir als Band mehr zusammengespielt haben und im Prober uns die Zeit genommen haben das irgendwie sich die Zeit zu nehmen auch ein Song einfach mal ein Thema auszuspielen weißt du?
00:21:16: Aber
00:21:17: hast Du jetzt auch privat wenn Du Musik hörst hast Du auch Spaß an zum Beispiel Progressive Rock oder dienen die sich auf die Zeit bemessen sehr viel zeit leisten.
00:21:26: also wirklich Songs die sieben achtzehn Minuten gehen.
00:21:29: Also ich bin ein Black Metal-Afficionado, würde ich sagen.
00:21:35: Ich habe vor was ich zehn, fünfzehn Jahre jemals ein Buch über Black Metal geschrieben.
00:21:39: Ich bin großer Black Metal Fan!
00:21:41: Trotz der ganzen Dubiosen und Dubosititen, die es da gibt... also wenn du etwas sehr schlecht produziertes, was klingt wie so nebenbei so einen Rauschen ist auf zwanzig Minuten gestreckt mit so bisschen Hexengeschrei dann hast du mich sofort auf deiner Seite bei ausgiebigen Procrock weiß ich, ich bin ein musikalischer Ästhet, aber eher wenn es um Solofy-Sachen geht.
00:22:00: Ich höre wenig Hardcore Sachen oder wenig Neues.
00:22:04: was Hardcore gibt, das sind andere in der Band anders.
00:22:08: Aber wie gesagt wir haben unterschiedlichste Einflüsse.
00:22:10: Wir können uns auf ein paar Bands einigen in eine Band die wir alle toll finden ob es die Sonic Youth oder Dinah Sir Junior ist.
00:22:17: Ja, sonst ist es eher so Reudiges Zeug was ich mag.
00:22:20: Das
00:22:20: will ich jetzt aber ganz genau wissen.
00:22:21: Was hast du denn da... Worum ging's in deinem Black-Mittenbuch?
00:22:24: Da sind wir wieder bei gender.
00:22:27: das ging um die Darstellung von archaischer Männlichkeit habe ich das damals genannt also dass Männer sich in der rückgewandten Vergangenheit, die es nie wirklich so gab, so einer Wikinger und Männlichkeitsvergangheit in so einer Performance darstellen, um möglichst evil zu wirken.
00:22:45: und es war dann der Versuchene Analyse was für Männerbildwitter transportiert.
00:22:48: Auf der einen Seite war sozusagen ein total reaktionäres Reaktionär weil die immer so getan haben als wäre das eine Art von Männlichkeit die gar nicht mehr existiert und deswegen muss man diese nachstellen ob dabei sind sie weiße ganz normal weiße Mittelstandsmänner die absolut privilegiert sind.
00:23:01: Das ist der eine Punkt, der andere Punkt war aber auch dass ich gesagt habe wenn gender performt.
00:23:05: Also wenn klar ist, dass es so übertrieben ist das eine Art von Performance ist nämlich nicht real.
00:23:09: also wenn ich die Leute anwende guckst dir guckt der Videos an von Immortal oder so.
00:23:12: da lass du ihr.
00:23:14: aber dadurch wird Männlichkeit lesbar und ich finde Geschlecht zu performen ist vollkommen okay und vielleicht ist er sogar zwischenräumen.
00:23:22: jetzt für ne widerständige Weiblichkeit die da genauso reingreischen kann und es passiert ja jetzt auch.
00:23:26: also black metal ist sehr wirklich mittlerweile nicht mehr rein weiß männlich kodiert, sondern du hast Bands von Frauen.
00:23:34: Du hast queere Bands.
00:23:35: Du hasst Transpersonen in der Szene.
00:23:37: Klar ist die Szene an sich.
00:23:38: Metal-Szene immer konservativ?
00:23:40: Ja es so rum ist eine Bierbauchmänner-Sippe sozusagen.
00:23:45: aber da sind auch Zwischenräume und das passiert auch durch den Sound glaube ich dass das ein Sound bietet, der so viel Zwischenraum lässt wo viele Identitäten sich bilden können.
00:23:54: Aber das genau!
00:23:54: Das war also unter genderwissenschaftlichen Blick gelesen, die Black Metal Musik und analysiert kritisch.
00:24:01: Und trotzdem bin ich Fan von der Musik.
00:24:03: Hast du ein paar Highlights, die du jetzt hier ... Ein paar Benz, die man vielleicht noch nicht kennt?
00:24:07: Ist immer schwierig bei Black Metal, ne?
00:24:08: Weil wenn man dann immer im Kopf durchgehen muss sind es irgendwelche Suspektenkriegswahl,
00:24:12: gibt's da was?
00:24:13: Ja!
00:24:13: Also... Ich hab gerade so eine, das kennt ja jeder, ich bin grad grade so in der Wolfs-undefroren-Rumphase, die mag ich sehr oder habe ich wieder entdeckt, die fahre ich die Zeit lang hingelangen weil ich.
00:24:22: jetzt finde ich wieder super.
00:24:23: Es gibt zu einem Musiker Der macht so ein Mann bandmäßig und der macht so einen Screamo-Projekt, das heißt Sadness.
00:24:30: Das ist auch Blastbeats teilweise aber eher so emo Screamomäßig.
00:24:34: Und er hat aber auch ein Black Metal Projekt, d.h.
00:24:36: Tré, das schreibt sich T R H E und hat seine eigene Sprache.
00:24:41: Wie man es halt macht?
00:24:42: Du schreibst deine eigene Sprachen und kreist dann darum und das ist so schlecht produziertes Geballer.
00:24:48: sehr lange Songs Schöne Harmonien, aber halt alles erräutig.
00:24:52: Witzig
00:24:52: auch!
00:24:52: Witz ich dass du das jetzt sagst?
00:24:53: Ich hatte ja eben erwähnt welche Querverweise ich jetzt so sehe und was ich nicht gesagt habe war Black and Roll.
00:24:59: Ich hab nämlich nicht Black Metal, aber ich dachte irgendwie so ah, aber so black-and-rollmäßig ist da irgendwas...ich kann es jetzt nicht genau benennen könnte die Platte noch mal anhören, aber total interessant
00:25:08: Das ist spannend.
00:25:09: Ja, das sind schon glaube ich was keiner von uns... Also gibt's schon so Sachen.
00:25:14: Ich freue mich immer wenn du etwas redig und ein bisschen so'n D-Beat hast oder da freu mir das glaube ich alle drüber aber wir haben eigentlich keine Einflüsse die.
00:25:20: also keiner von us hört wirklich so black and roll Sachen.
00:25:23: Ich kann mir vorstellen, wo so ein paar sind, die vielleicht ein bisschen debietmäßiger sind und wo das dann durchscheint.
00:25:30: Wenn wir jetzt schon bei Black Metal sind würde ich gern Panoptikon einfach mal genannt haben.
00:25:33: Das ist ein amerikanischer Ein-Mann-Black-Metal-Band mit sehr viel Fug einflüssen und was der macht finde ich immer mega spannend!
00:25:43: Die letzten drei Alpen, die letzten drei Panoptiken Alben.
00:25:46: Also nicht diese Akustik-Ding, das fand ich langweilig aber die letzten da richtigen Black Metal Album sind auch mit des Bestes aus dem Bereich.
00:25:52: ja und das ist einer der wenigen.
00:25:53: du hast jetzt auch Hose in Deflonium genannt wo man sagen kann okay ne da bin ich mir sicher dass da jetzt nicht irgendwie
00:25:58: keine Fahrschufe geben?
00:25:59: Ja genau das sind alle die wenigen.
00:26:02: Ich würde noch mal gerne auf die Illustration zurückkommen und zwar du hast gesagt dass der Philipp das macht
00:26:09: bei euch Nia?
00:26:09: Ja der Philipp und die Serien die sind beide GrafikerInnen Und die machen das Design des Layouts.
00:26:15: Also Philipp macht das ganze Layout, teilweise sind die Zeichnungen von Sam... Und die machen das zusammen?
00:26:24: Weil diese ... die Singles, die ihr auf Instagram gepostet habt.
00:26:27: Da gab's ja für jedes Single eine eigene Illustration, die natürlich an Struvelpeter erinnert hat.
00:26:32: Einer zumindest davon hat ein Paulinchen erinnerte, wer hat es gemacht?
00:26:35: Sam ist glaube ich gemacht.
00:26:36: Ich will grad, weil Sam und Philipp viel zusammen waren.
00:26:39: Die Zeichnungen sind von Sam und umgesetztes von Philipp.
00:26:41: Hast du einen Bezug zum Struvlpeter?
00:26:43: Musstest du den lesen oder hast du ihn vorgelesen bekommen?
00:26:45: Ich hab' einen Bezug zum Sturlpeter, der lag halt so rum als mein Kind war Das Wilhelm Buschhaus in Frankfurt.
00:26:53: Und das ist der eine Punkt, also um Struvel... Ist von Heinrich Hoffmann?
00:26:59: Aber es war
00:27:02: auch ein Frankfurter Arzt und Psychiater, glaube ich.
00:27:05: Ja genau!
00:27:05: Es gibt Struvielpeter Haus, sorry.
00:27:08: Da war ich dann noch mal als Studierender und war halt überrascht was für eine Art von schwarzer Pädagogik da so performt wird.
00:27:14: Also, für mich auch weil der lehrt ist das immer ganz interessant und gelahreichlich.
00:27:18: als Horror-Filmfällen ist es dann wiederum wieder auch ganz ansprechen.
00:27:21: Das zu einer Ambivalenz die da passiert.
00:27:23: Wenn es deine Erziehungsmethode ist dass du sagst wenn du deine Suppe nicht isst verbrennst oder so oder wenn du irgendwas machst dann kommt jemand schon halt dir die Finger ab wenn du böse bist.
00:27:31: ein bisschen schwierig Aber gleichzeitig ist es eventreich, dass das Spaß macht.
00:27:36: Ja und
00:27:36: ich finde es total komisch!
00:27:37: Ich fand es als Kind weniger schlimm aus der Sicht einer Erwachsenen, weil ich dann denke, oh gefährlich hätte bei Kindern was Schlimmes anrichten können, hat's wahrscheinlich auch... aber damals als Kind habe ich es einfach gegeben.
00:27:49: Und ich dachte jetzt schade, wenn Sam das gemacht hat, dass sie nichts zu sagen kann, weil diese Komponente ja auch irgendwie zu dieses I need to be a weapon passt.
00:27:57: Also da kann man auch einen schönen Rückschluss dazu ziehen.
00:28:00: Aber ihr zieht es halt auch voll durch.
00:28:01: so, in euren Videos wenn man sich die anschaut weil wir jetzt vorhin gesagt haben dieses Narrativ... Die alten Männer suchen sich eine junge Frau und machen eine Band und erleben jetzt noch mal ihre Jugend nach.
00:28:12: das haben wir jetzt schon ausgehebelt.
00:28:13: aber so die Bauchbinden-Typo und Filter auf eurem Video sind schon sehr an Frühjahr angelegt.
00:28:19: Wer ist dafür verantwortlich?
00:28:20: Im Endeffekt beim Schnitt und von Ästhetik ist auch der Philipp, unser Gitarist der, glaube ich so immer die End-Art Direktion macht.
00:28:29: Wir arbeiten mit unterschiedlichen Leuten zusammen, die uns unterstützen, die Visionen umzusetzen weil wenn Philipp jetzt auch noch Kamera machen müsste während er da performt ist es ein bisschen schwierig.
00:28:36: das heißt wir haben Leute mit denen wir arbeiten aber am Ende ist so fürs Color Grading und so da wir gucken uns dasselbe an wir sind relativ kritisch weil viele von uns aus in irgendein weitesten Sinne oder alle weiteste aus kreativen Berufen kommen ist schon sowohl gucken okay nicht bewusst auf eine zeit angelehnt.
00:28:51: aber zu sagen hey das ist jetzt zu glatt oder zu sagen oh das ist fast Ja, keine Ahnung.
00:28:56: Können wir da color grading was ändern?
00:28:58: Können we das Editing?
00:28:59: Könne man noch mal etwas anders schneiden?
00:29:00: Da ist was, was uns nicht...was einer Person nicht passt.
00:29:02: Da arbeiten mir alle dran aber im Endeffekt ist er schon der, der am Ende so die Endabnahme macht und viele Visionen hat es der Philipp.
00:29:10: Ich hatte
00:29:11: mir eine Frage aufgeschrieben, nachdem ich jetzt mit dir gesprochen habe will ich die gar nicht stellen und zwar war die Frage ob ihr irgendwie nostalgisch seid was Musik angeht.
00:29:18: Aber das ist total obsolet!
00:29:20: Du sitzt hier im Sodom-T-Shirt.
00:29:21: man sieht sofort dass du ein offener sympathischer cooler Typ bist und deswegen streiche ich die Frage jetzt.
00:29:28: aber es ist bestimmt ne Frage die oft kommt oder?
00:29:30: Am Anfang ist sie gekommen, weil wir haben den Fehler gemacht, dass wir glaube ich selber im Band Info irgendwas von Black Flag gesagt haben und dann wirst du immer festgenagelt auf die eine Sache.
00:29:38: Du wirst auf alter Fest genageln auf Black Flag.
00:29:40: Und wenn wir jetzt in neuen Infos, das haben wir sehr schwammig gehalten Weil wir jetzt Gefühl haben alle reproduzieren an das was wir einmal gesagt haben Es wird dir dein Leben lang nachgetragen.
00:29:49: Das ist so ein bisschen merkwürdig.
00:29:52: Zu dem Nostalgie-Punkt finde ich ganz spannend zu sagen Also wir leben ja in der Zeit von Nostalgie Verständlich, aber auch schwierig.
00:29:59: Ich finde es immer schade vor allem wenn man ein Teenager war in den neunzigern oder schon der junge Erwachsener war einen neunziger.
00:30:06: dass die Neunzige jetzt so gefeiert werden gibt dann so ein Unwohlsein weil das eine Darstellung ist Die Losgelöstung von der Zeit.
00:30:12: Das ist Asynchrone.
00:30:13: Es ist einfach anders und du siehst Leute, die transportieren ja ganz viel Träume und Wünsche rein weil sie selber nicht da waren.
00:30:21: Und das verstehe ich dass man was auf eine Zeit projiziert wo man selber nicht anwesend war und es dadurch so ein Boost bekommt.
00:30:29: und es war eine Zeit in der wir noch nicht die ganze Zeit am Handy hingen.
00:30:31: deswegen versteh ich das.
00:30:32: aber ich finde Nostalgie eine hoch problematische politische Ausrichtung sozusagen, deswegen lieber nach vorne gucken und alles neuer und besser machen.
00:30:42: Und das machen wir auch irgendwie.
00:30:43: Ja interessant dass du es auch ansprichst weil mir ist jetzt aufgefallen in der Werbung und ich habe mir gedacht eigentlich nur eine Frage der Zeit waren es auf die Musik überschwappt und zwar McDonalds war jetzt die erste Firma bei der es mir aufgefallen ist die so ein ganz retro Werbespot gemacht haben wo ich mir dachte ihr Kleinschweine!
00:31:00: Weil das ist nämlich genau dieses.
00:31:01: ach früher guck mal als beim McDonald hat sie irgendwie noch einen Markt gekostet.
00:31:05: schön und man fühlt sich angesprochen.
00:31:07: Und ich denke, das wird ganz schnell als Geschäft erkannt werden die Leute da wieder so zu gesenft liegen.
00:31:13: Total, also die politischen Implikation bedienen ja die AfD zum Beispiel oder auch Romantik in ihrem Sinne mit einer Rückgewandtheit.
00:31:20: Das ist auch das was ich mein Buch über Black Metal sozusagen auch geschrieben habe dass diese Rückgewandsheit eine Vergangenheit die nie so Realität war.
00:31:28: Politisch gesehen total problematisch.
00:31:30: Emotional gesehen ist es natürlich klar.
00:31:35: Der Philosoph Marc Fischer hat mal gesagt, dass eigentlich es halt Drum Bass und Techno nichts Neues mehr gekommen ist.
00:31:40: Und alles sich nur wiederholt um das dadurch so eine Lehre und so eine Sadness entsteht, sich zu Sachen zurückzuwünschen wo es sowas wie neu gab.
00:31:48: also wenn jetzt über neue Musik nachdenkts hat er gesagt wenn man über futuristische Musik Denken trotzdem viele noch an Kraftwerke.
00:31:54: Was unheimlich lang nicht ruhig ist, weil also dabei ist es Retro und das ist ganz spannend wenn man gar nicht mehr diese... Und jetzt kannst du gar nicht sagen, wenn ein Band was Neues rausbringt von wann ist denn diese Band eigentlich?
00:32:04: Das konnte es doch bei den Siebzigern sagen in Achtzigern Sagen in Neunziger noch und Jetzt wird's schwierig.
00:32:09: ne, weil man mit Ästhetiken spielt und Es ist nur eine Feststellung ich will es gar nicht bewerten.
00:32:14: Ja total interessant.
00:32:15: Also keine gute alte Zeit was Musik betrifft ja sondern die Zeit jetzt immer
00:32:21: Nach vorne.
00:32:22: Nach vorne!
00:32:23: Morgen kommt eure Platte raus und dann geht ihr auf Tour, ne?
00:32:28: Ist das auch eine der Sachen die so ist wie du es dir vorgestellt hast zu sagen dass wir gehen wieder in die Band oder ist das auch so ein bisschen... Du hast vorhin schon so angedeutet,
00:32:35: ne?!
00:32:36: Lass mich... Also also wir haben uns nicht.. Wir haben uns danach gesehen Konzerte zu spielen wobei das gar nicht auf der Agenda steht als wir angefangen haben Musik zu machen, ne.
00:32:44: Wir haben gesagt irgendwie so ey, es war während Covid lassen mal irgendwas cooles machen.
00:32:49: Ich hab... Wir haben voll Bock zu spielen.
00:32:52: Wir spielen ja auch keine ganze Tour, wir spielen irgendwie jeweils Wochenendschows ein paar hintereinander Doppelshows und das ist schon was man sich freut.
00:33:00: und gleichzeitig also ich kann nur persönlich sprechen merke ich dass während ich früher mit zwanzig war mit Anfangszwanzig da war Sascha noch in meiner anderen Band haben wir eine Band zusammen gehabt.
00:33:11: da waren wir auf US-Tour.
00:33:14: also natürlich wir haben auf dem Boden also wir haben alles selber bezahlt.
00:33:16: im Endeffekt uns hatten amerikanische Band eingeladen.
00:33:18: wir hatten damals ein Label in USA Ganz kleines Label und wir haben so in Sokellern gespielt, auf dem Boden geschlafen.
00:33:24: Und es war vollkommen machbar weil dieses Abenteuer sechs Wochen durch die USA zu reisen oder vier Wochen, was weiß ich, war super!
00:33:31: Jetzt ist so selbst wenn wir uns ein Airbnb mieten sind wir nach einem zwei Tagen Konzert und dann irgendwie einfach pennen schlecht essen Sehen wir schon relativ durch.
00:33:40: das merkt man schon und ich bin froh dass ich kein Berufsmusiker sein muss.
00:33:43: Ja und ich habe mir auch so ein bisschen gedacht gerade wenn man schon Erfahrung hat im Business Das ist die Veränderung der Clubkultur.
00:33:50: Man kann das als Clubsterben bezeichnen, aber wenn man dann zurückkommt wieder in so eine Szene und sieht, verdammt!
00:33:58: Um dieses zu bedienen früher war das hier irgendwie besser, dass es vielleicht auch frustrierend ist, weil da hat sich ja schon einiges geändert
00:34:04: Ja, ich seh das auch so.
00:34:05: Ich sehe es eher daran als Konsument oder als Fan dass keine Bands mehr nach Frankfurt kommen die ich mag und dass ich immer ewig weit fahren muss um mir was anzuschauen.
00:34:15: Das merkst du ja, dass das Booking früher in Frankfurt diverser war und mehr einfach war.
00:34:21: Als Band, ich merke natürlich... Klar haben wir auch, ich ausmerken die anderen vielleicht eher weil wir zwei in der Band haben die auch eher mit anderen Bands zu tun haben und ein bisschen im Booking, dass sie das eher merken merkt es nicht, ich merke eher Veränderungen so in der Ausstellung wie Bands performen.
00:34:38: Wie Bands sich geben das finde ich interessant zu merken.
00:34:42: wie ein Unterschied ist wenn du prä Internet alle Informationen sind zugänglich Musiker in geworden bist oder dass jetzt machst also ganz viele Sachen die oder Hürden die wir nehmen mussten.
00:34:52: sie sind gar nicht da was jetzt ums Equipment ist oder irgendwas oder was Performance ist.
00:34:58: als ich sehe Bands haben spielen gefühlt ihr erstes Konzert und performen schon, als wären sie ohne hab ich lange das wüssten Sie genau wie man zu performaten.
00:35:07: Das finde ich was ganz beeindruckend ist weil wir die ersten Jahre komplett verunsichert waren oder irgendwie da.
00:35:12: also so ein Entwicklungsprozess ist ein anderer.
00:35:14: das finde ich halt spannend zu sehen.
00:35:16: das klingt ja zur alten Männer mäßig.
00:35:17: ich erzähle von früher aber ich selber merke jetzt für mich mit dem Glückssterben das nimmt man war aber ich sind es als Musiker in dieser mit den paar konzerten die wir spielen kann nicht das sitzt Von meiner Wart aus nicht sagen, dass das direkt einen Einfluss auf mich hat.
00:35:33: Du hast jetzt gesagt schon ein paar Mal, wenn die habt euch Mühe bei der Anordnung des Songs gegeben?
00:35:38: Das merkt man!
00:35:38: Das heißt, wenn ihr morgen heute wann auch immer jemand sich die Platte anhören will... Einmal durchruhen oder gibt es irgendein Song, wo du sagst der ist es für mich.
00:35:47: Der hat vielleicht keine Single gewonnen das weißt du.
00:35:48: jeder hat ja so seinen Liebling dass man sagt er hat den Song irgendwie anderen vielleicht nicht so gerne aber für mich ist das der Bringer.
00:35:54: ich glaube da's gibt zwei Songs.
00:35:57: also ich finde jetzt als ich entdecke Songs immer wieder und das sind immer unterschiedliche Ich würde erst mal sagen bitte hört das Album ganz durch.
00:36:09: ich find auch dass das Tolle an der Vinyl Version ist dass die A und B Seite als eins gehen, aber für sich auch unterschiedliche Vibes haben.
00:36:21: Es gibt so ein bisschen bei Black Flag, bei My War sagt man so die B-Seite von Black Flag my war weil da sind die langsam die Evil Stücke drauf.
00:36:28: Bei uns ist es so.
00:36:28: ich habe das Gefühl wenn du hörst die erste Seite Obergeil abwechslungsreich zweite Seite wird ein bisschen rougher teilweise aber auch pop also ist ganz schwierig zu sagen und hört dann mit dem Abschluss Song auf der aufmacht, was passiert, was sein könnte musikalisch noch.
00:36:42: Ich finde den ersten Song wäre für mich auch eine Single gewesen.
00:36:46: Der erste Song auf dem Album und ich finde aber auch Bad Thing gerade ganz toll.
00:36:51: Aber ich würde es gerne als Ganzes hören.
00:36:53: die sechsundzwanzig Minuten kriegt man schon.
00:36:54: Ja,
00:36:55: die krieg man hinscht!
00:36:55: Es sind doch die besten Platten, die man immer wieder hören möchte.
00:36:58: Das ist auch so schön wenn du ein Album hast was man redlich schnell durchhört.
00:37:01: Ich meine Slayer Rain in Blood hörst du unheimlich schnell Weil du keine drei Stunden dafür brauchst, weil es am Point ist.
00:37:08: Lieber
00:37:09: Jan, vielen Dank!
00:37:10: Ich danke dir für das nette Gespräch.
00:37:11: ich glaube wir haben jetzt einiges gerade gerückt, einiges Neues erzählt und vielleicht den Leuten die Möglichkeit gegeben mal anders auf die Band zu Pilz zu blicken?
00:37:20: Ich habe jetzt abfließend noch eine Frage an dich, ich glaube du kannst sie ziemlich gut beantworten.
00:37:24: um mit so einem neuen Bandnamen aufzugreifen Für oder gegen was sollt es denn eine Pille geben?
00:37:29: Ich würde sagen, Hurensohnigkeit.
00:37:31: Aber das soll... Das schwingt so ein bisschen Syngony mit also einfach... Es müsste eine Pille geben gegen diese ganze Ego-Manie oder gerade diese so eine hypermaskuline Ego Mani die gerade die Welt noch weiter in den Ruinen treibt.
00:37:44: Also die Welt treibt sich ja selber auch in den Ruin mit unserem System.
00:37:47: aber grade ist so'n bisschen dass Leute, die möglichst überhaupt keine Moral haben irgendwie dass das Sagen haben.
00:37:59: Ich glaube, so eine Pille gegen ... Wie kann ich es anders formulieren?
00:38:02: Gegen Arschlöcher!
00:38:04: Das wäre schön.
00:38:05: Also ne Pille dagegen.
00:38:07: Wie gesagt, I need to be weapon ist eigentlich das und ich lese das gerade für mich eher als Anti-Haltung, obwohl's schöner ist, affirmativ nach vorne und das will ich lieber haben.
00:38:18: Gerade habe ich Bock, mich abzugrenzen von Sachen die passieren.
00:38:21: Danke.
00:38:23: Schönes Schlusswort.
00:38:24: Ich danke dir fürs Gespräch hieran.
00:38:27: Ich danke dir ganz herzlich fürs Gespräch.